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3 Zucker-Neuigkeiten und ein Rezept für Dattel-Leinsamen-Nutella

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Heute erfahrt ihr drei News über den aktuellen Donald Trump der Ernährung: Zucker. Keiner mag ihn. Weil er Diabetes, Herzkrankheiten und Entzündungen fördert. Das wissen wir ja alles schon, aber neu ist: Dass 2017 Maissirup den europäischen Markt entert, Wissenschaftler Schweigegeld von der Zuckerlobby kassierten und Gary Taubes‘ famos recherchierte Buch „The case against sugar“. Und weil das ganz schön düster an der zuckrigen Front aussieht, gibt’s noch ein Rezept für gesunde Nutella dazu. Aus Datteln und Leinsamen. Perfekt mit Crepes als süßes Sonntagsfrühstück. Da kann der Zucker bleiben, wo der Pfeffer wächst.

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Zum Zusammenzuckern! Drei Fakten aus der Zucker-Welt

  1. Zuckerindustrie zahlte für Vertuschung von Studien: In den 60er Jahren bezahlte die Zuckerlobby Wissenschaftler dafür, dass sie gewonnene Erkenntnisse über die Schädlichkeit von Zucker herunterspielen und stattdessen die Schuld an Herzkrankheiten dem Fett in die Schuhe schoben. Beweise dafür entdeckte vor Kurzem die Universität Kalifornien (hier mehr dazu). 50.000 Dollar kassierten die Wissenschaftler damals für ihren Vertuschungsdienst. Nun ist das nichts Neues, man weiß auch, dass Coca-Cola ebenfalls ein hübsches Sümmchen springen ließ, um Studien unter Verschluss zu halten, die zuckerhaltige Getränke mit Übergewicht in Verbindung brachten. Doch die Tragweite dieser Vertuschung ist einfach immens: Schließlich löste sie die fettarm-Welle der 70er und 80er Jahre aus, mit ihren unzähligen Halbfett-Produkten – und heute kommt heraus: Fett ist gar nicht so schlimm.
  2. Neues wissenschaftliches Mammutwerk „The case against sugar“: In allen Ländern, die den westlichen Lebensstil adaptieren, ploppen nach kurzer Zeit die Krankheitsraten in die Höhe von Beschwerden, die es dort vorher noch nicht gab – Diabetes, Herzkrankheiten, Asthma, Krebs, Schlaganfälle. Woran das liegt, darüber zerbricht sich die Wissenschaft den Kopf: Während die einen jeder Krankheit einen singulären Grund zuordnen (viele Eier erhöhen das Cholesterin, zu viel Salz den Blutdruck), vermuten andere als Ursache das durch Junkfood entstehende Übergewicht und der damit verbundenen Anfälligkeit für Krankheiten. Journalist Gary Taubes dagegen kennt nur einen Schuldigen: Zucker. Seine These: In hohen Maßen genossen (und wir genießen ihn alle in zu hohen Maßen, in Deutschland z.B. 88g täglich, dreimal mehr als die WHO empfiehlt) stört Zucker Stoffwechsel und die natürliche Insulinregulierung und macht uns krankheitsanfällig. Taubes liefert etliche Studien, die dies zu belegen scheinen. Ich will mich gar nicht dazu hinreißen lassen, ihm zu glauben und alles Übel nur im Zucker zu sehen. Aus meiner Sicht ist die Fertigproduktkultur per se der größte Übeltäter – aber die Vehemenz und wissenschaftliche Tiefe von Taubes Argumentation ist beeindruckend.
  3. Maissirup kommt! Es gibt viele Arten von Zucker und keiner ist viel besser als der andere (gilt auch für Honig, Agavensirup oder Rohrohrzucker). Diesen Sommer entert ein neuer süßer Bösewicht den europäischen Markt, der von der US-amerikanischen Industrie für seine günstige Herstellung geliebt wird: Maissirup, High-Fructose-Corn-Syrup (HFCS). Weil dieses Jahr nun die EU-Zuckermarktverordnung ausläuft, die bislang die Zuckerzufuhr in die EU einschränkte – ist die Fahrt frei und wir könnten bald mit Maissirup überschüttet werden. Durch seinen hohen Glukoseanteil ist HFCS besonders schädlich, lässt die Leber verfetten und steigert das Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes. Leider müssen Hersteller ihn erst ab einem HFCS-Anteil von 5% auf die Zutatenliste schreiben, so dass man als Verbraucher nicht sicher sein kann, ob das Zeug drin ist. Am besten also alle Produkte mit vielen auf -ose endenden Inhaltsstoffen boykottieren. Heißt nämlich immer: Zucker.

Keine Kekse in der Südsee

Nach den ganzen Negativ-Botschaften, etwas Schönes zum Schluss: Eine kleine Inselgruppe im Südpazifik, Vanuatu, hat eine Einfuhrbeschränkung für westliches Junk food erlassen, ab sofort ist der Import von Keksen, Süßigkeiten und Reis gestoppt. Die Menschen dort sollen sich lieber weiter von Ananas, Yamwurzeln und Meeresfrüchten ernähren: „Es ist einfach Nudeln oder Reis zu kochen, aber das hat nahezu keinen Nährwert“, so ein Sprecher. Die Politiker haben Sorge, dass es ihrer Bevölkerung genauso ergehen könnte wie den Menschen der Nachbarinseln, die nach dem Genuss westlicher Nahrung plötzlich Karies und andere Beschwerden bekamen. Schöne Initiative, oder?

Gesunde Nutella aus Datteln und Leinsamen

Nun zur selbstgemachten Nutella. Weil nur gute, nährstoffreiche Sachen drin sind, könnte man sie Gutella nennen, wenn man ein bisschen verrückt drauf wäre. Normale Nutella enthält pro 100 Gramm 56 Gramm Zucker. Oha. Das kann Gutella besser, sie ist süß durch Datteln, die zwar Fruktose enthalten, die aber in dieser geringen Menge genossen werden darf. Darüberhinaus stecken in Gutella Leinsamen, die günstigere Schwester der Chia-Samen, die Dr. Greger für ihre famose Heilwirkung feiert und die wir täglich essen sollten. In Nutella? Kein Problem. Wenn ihr richtig Süßes à la Snicker, Hanuta und Co. gewohnt seid, wird euch die Gutella vielleicht am Anfang nicht süß genug sein, für alle moderaten Zuckeresser ist sie aber definitiv ein süßer Genuss, ob auf Vollkorntoast oder Dinkelpfannkuchen.

Rezept für ein Gläschen Gutella
 
Gesundes Nutella aus Dattelsüße, Leinsamen und anderen nährstoffreichen Zutaten.
Autor:
Zutaten
  • 9 Datteln, entsteint, mindestens 2 Stunden in Wasser eingeweicht
  • 2 EL Kokosöl
  • 5 EL Haselnussmehl (oder geriebene Haselnüsse)
  • 1-2 EL ungesüßter Kakao
  • 4 EL geschrotete Leinsamen
  • 150ml Wasser
So wird's gemacht
  1. Alle Zutaten in der Küchenmaschine zerkleinern und vermengen, bis eine cremige Paste entsteht.

 

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