Ernährung als Medizin
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„Käsebrot ist Hauptursache für Übergewicht“

Brot ungesund und macht dick - der ungesunde Dickmacher

Brot ungesund? Wie kann das sein, es gibt es doch seit tausenden von Jahren! Brot ist das deutsche Fast food schlechthin. Deutscher als Käsebrot sind nur Sauerkraut und Kassler oder Angela Merkel und Tatort. Wir Deutsche vermissen Vollkornbrot wie eine große Liebe, wenn wir zwei Wochen in Frankreich oder Spanien sind und nur Baguette bekommen. Vollkornbrot ist doch gut für uns, oder? Scheinbar nicht, wie die Ernährungsexpertin Barbara Tamelie mich lehrte. Sie gibt seit über 25 Jahren Kochkurse, -seminare, schreibt Bücher und führt Menschen durch eine Umstellung hin zu gesunder Ernährung. Ihre Basis ist die traditionelle chinesische Medizin, diese jahrtausende alte Lehre, die noch heute durch ihre Gültigkeit verblüfft. Barbara Tamelie weiß also wovon sie spricht, und sie bringt es in ihrem fundierten „Das Fünf Elemente Kochbuch“ deutlich auf den Punkt: Brot solle nur gelegentlich gegessen werden. Denn „die Verdauungsaktivität der meisten Menschen ist heutzutage so schwach, dass Brot, insbesondere wenn es frisch gegessen wird, schlecht verdaut wird und Wasseransammlungen sowie Übergewicht nachhaltig fördert.“ Sie führt fort, dass vor allem die Kombination mit Milchprodukten schlecht ist: „Häufig Käsebrote zu essen, ist eine Hauptursache für Übergewicht und Verdauungsprobleme.“ Die traditionelle chinesische Medizin empfindet Brot ungesund und rät Leuten, die abnehmen möchten, ebenso vom Verzehr ab wie Menschen, die unter Blähungen und Aufgedunsenheit leiden. Bei ihnen ist die Verdauung gestört und jede Scheibe Brot blockiert nur noch mehr. Laut TCM reizt die teuflische Kombi aus Weizen und Milchprodukten unseren Organismus am meisten. Eine verstärkte Aufnahme davon kann zu innerem Dauerstress und Entzündungen führen, die Folge sind z.B. zu Antriebslosigkeit und Schlafstörungen.

Puh. Harter Tobak für Käsebrotfreunde. Tschüss, deutsches Abendbrot!

Brot macht nicht satt

Und noch etwas spricht dafür, dass Brot ungesund ist und dick macht: Es hält entgegen vieler Meinungen nicht lange vor. Man isst und isst, doch der gewünschte Sättigungseffekt stellt sich nicht ein. Bei Weißbrot schon mal gar nicht, aber auch bei anderen Sorten dauert es länger als wenn man z.B. eine warme Suppe zu sich nimmt. Man isst also mehr.

Und was soll ich nun statt Brot essen?

Gute Frage. Es ist gar nicht so schwer, wie es am Anfang scheint, Brot zu ersetzen. Innerhalb von sechs Wochen bin ich beispielsweise von drei Scheiben täglich auf null runter, nur am Wochenende gibt’s mal ein besonderes Brot, im Alltag viele andere leckere – meist warme – Speisen. Das Wichtigste vorab: Der Mensch braucht Getreide. Es gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Nur eben in Brotform ist es für viele Menschen nicht optimal. Stattdessen erwarten uns aber viele „neue“ bzw. aus der Mode gekommene Getreideformen, die super schmecken: Hirse, Polenta, Quinoa (gut, das ist ein Pseudo-Getreide), Buchweizen, Amaranth. Diese Sachen gibt es im gut sortierten Supermarkt, Biomarkt oder Reformhaus. Statt Abend-“Brot“ gibt es also z.B. Hirse mit gedünstetem Gemüse, statt morgens das Brötchen den würzig-süßen Soulfoodbrei. TCM und Ayurveda empfehlen generell warme Speisen zu sich zu nehmen. Sie sind – gerade im Winter – wesentlich bekömmlicher und können von unserem Organismus besser verwertet werden. Es ist ein Umdenken, ausprobieren und neu lernen. Aber es lohnt sich! (Auch wenn es gar nicht meine Absicht war, ich habe drei Kilo verloren, habe allerdings dazu auch auf Milchprodukte verzichtet.)

Oder einfach nur eine andere Brotsorte?

Vielleicht verträgst Du aber auch nur ein bestimmtes Brot nicht und musst probieren, welches Dir bekommt. Weizen z.B. verursacht bei vielen Verdauungs- und krassere Probleme, Vollkornbrot legt manche Menschen komplett lahm. Probiere aus, was Dir gut bekommt: Maisbrot, Dinkelbrot, Sesam- oder Roggenbrot? Oder doch lieber gar keines? Kein anderer als Dein Magen wird Dir das verraten. Einziges Problem ist bei einigen, dass ihr Körper durch jahrelange Fehlernährung so durcheinander ist und auf Daueralarmzustand, so dass er ihnen kein Signal senden kann. Da hilft nur eine mehrwöchige Ernährungskur, in der man radikal auf gesund umsteigt.

Tipp, um Brot bekömmlicher zu machen

  • Ausreichend toasten (mehrmals hintereinander!)
  • Nach 19 Uhr kein Brot mehr essen, da die Verdauung da schon im Ruhemodus ist

Oder ein temporäres Käsebrot-Detox?

Wir müssen uns nicht unbedingt für immer vom Käsebrot verabschieden. Nur eine zeitlang mal eine Pause machen oder noch besser, es so weit zu eliminieren, dass unser Verdauungstrakt irgendwann wieder so fit ist, dass ihm ein Brot hier und da nichts ausmacht. Das Problem ist nämlich, dass wir unser ganzes Leben lang diese Lebensmittel gegessen haben und so hat sich einiges angestaut. Einfach mal experimentieren und eine Woche lang oder sogar einen Monat auf Brot und Milchprodukte verzichten und sehen, ob man sich sensationell viel besser fühlt und Wehwehchen der Verdauung einfach verschwinden.

Brot-Alternativen zum Frühstück

Wie wäre es mit Kokos-Porridge?

Bei Carrots for claire gibt’s eine schicke Chia-Pudding-Bowl

Der wunderbare Ayurveda-Blog Rolling tiger stellt gesunde Frühstücksbreis vor

Brot-Alternativen zum Abendbrot

Leckerer, warmer Hirseauflauf, voll mit guten Sachen

Mein Lieblings-Lunch: Die Buddha Bowl

Buchweizen-Pfanne empfohlen von Deutschlands Ayurveda-Koch

oder diese leckere Reispfanne mit Gemüse?

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4 Kommentare

  1. Von „Brot macht dick“ habe ich jetzt auch schon öfters gehört. Deshalb habe ich auch überdacht, wie oft ich Brot oder Brötchen esse. Früher sehr häufig! Ich bin ein riesen Müslifan, weshalb ich morgens eher selten Brot esse (eigentlich nur, wenn ich nicht zu Hause frühstücke), aber dafür gabs am Abend dann ein, zwei Scheiben. Seit ich meine Ernährung umgestellt habe, ist das aber nicht mehr der Fall. Mit einer gesunden Ernährungsweise kommen in der Regel ja auch viele neue Lebensmittel dazu, man fängt an neues auszuprobieren und überhaupt mal darüber nachzudenken, was man so isst. Letztendlich denke ich, dass es, ganz egal ob Brot, Zucker oder Salz, immer auf die Menge ankommt.
    Ich finde deinen Beitrag aber allein schon super, weil er daran appelliert darüber nachzudenken, was man isst!
    LG
    Kathi

    • Liebe Kathi,
      danke für Deinen Kommentar. Du hast total Recht, wenn man die Ernährung umstellt, kommen plötzlich viele neue Lebensmittel dazu, die man entdeckt und den Speiseplan plötzlich viel abwechslungsreicher machen. Ich esse auch ab und zu noch ein Brot oder Brötchen, aber mittlerweile habe ich auch einfach viel mehr Ideen, was ich stattdessen essen könnte.
      Liebe Grüße, Anna

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