Ernährung als Medizin
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Kokosmus, meine neueste „Superfood“-Entdeckung

kokosmus

Kokosöl wird ja derzeit in allen Ernährungsblogs gefeiert und auch wenn ich davon gerade eher Abstand nehme (meine Erörterung, ob Kokosöl gesund oder ungesund ist, findet ihr hier), so habe ich jetzt Kokosmus für mich entdeckt. Ich verwende es ab und zu in Süßspeisen, Overnight Oats und Porridge, weil es wie ein Biss in pure Kokosnuss schmeckt. Wie Bounty, aber ohne zugesetzte Zucker, Emulgatoren und Konservierungsstoffe. Bislang konnte ich noch nichts über den Nährwert herausfinden, liefere euch das aber nach. Jetzt aber mal der Reihe nach, was ist denn bitteschön…

… der Unterschied zwischen Kokosöl und Kokosmus?

Für Kokosmus wird das weiße Fruchtfleisch der Nüsse geraspelt, getrocknet und gemahlen. Es werden keine weiteren Dinge zugegeben, so dass man ein pures Glas Kokosnuss in den Händen hält. Kokosmus ist praktisch das gemahlene Fruchtfleisch einer Kokosnuss. Kokosöl dagegen wird hergestellt, indem das Fruchtfleisch geschleudert wird. Dieser kleine feine Unterschied resultiert in einem großen geschmacklichen Unterschied: Kokosöl ist nicht süß und ölig, Kokosmus ist süß und cremig, es eignet sich nicht zum Braten, sondern eher zum Süßen von Speisen.

Ich recherchiere gerade, ob Kokosmus auch so viele gesättigte Fette enthält wie Kokosöl, das wäre natürlich nicht gesund. In jedem Fall empfehle ich, Kokosmus eher sparsam als wohlschmeckende süße Würze zu verwenden.

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Kokosmus verwenden

Wie bereits gesagt, Kokosmus ist perfekt zum Süßen von Speisen. Probier es doch mal aus als Zutat in Smoothies, im Porridge, als veganes Eis (aus Banane und Sojajoghurt oder lass dich inspirieren von den Rezepten von Dr. Goerg), als Süßungsmittel beim Backen oder als Zutat in selbstgemachtem Brotaufstrich (süß oder herzhaft). Und ich möchte euch mein Lieblingsrezept nicht vorenthalten: Kokos-Overnight-Oats, siehe unten.

Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass dem Kokosmus nichts extra zugesetzt wurde – im Bioladen wird das nicht der Fall sein, aber bei normalen Supermärkten (falls es das dort überhaupt gibt), wäre ich mir nicht so sicher, dass dem gesunden Mus plötzlich Zucker, Emulgatoren oder irgendwelche absurden Konservierungsstoffe untergejubelt wurden. Ich setze auf Kokosmus von Rapunzel, einer traditionellen Biomarke.

Kleiner Exkurs zum Kokoswasser …

Um euch jetzt völlig zu verwirren, noch ein kleiner Schwenk in Richtung eines anderen Produkts aus der Kokosfamilie: Kokoswasser. Falls ihr mal in Asien oder anderen tropischen Gefilden wart, habt ihr euch vielleicht auch über den Geschmack von Kokoswasser gewundert: Dies bekommt man dort bei Straßenhändlern, die eine junge, grüne Kokosnuss mit dem Beil aufschlagen, einen Strohhalm ins Innere stecken und einem dann übergeben. Ich mag das Kokoswasser schon recht gern, es schmeckt für mich wie pure Gesundheit – aber das ist wohl eher Kopfsache. Ich kann schon verstehen, dass die meisten irritiert sind, wenn sie das Wasser zum ersten Mal probieren und den süßen, exotischen, eben bounty-artigen Geschmack erwarten und dann stattdessen die recht herbe, klare Flüssigkeit erschmecken. Nun, seid euch versichert, mit Kokosmus ist das nicht so. Kokosmus schmeckt wie man es von einer Kokosnuss erwarten würde, süß und exotisch.

Overnight Oats mit Kokos
 
Autor:
: Frühstück
Zutaten
  • Wasser
  • Getreidemilch, z.B. Hafer
  • 5 EL Haferflocken
  • Zimt
  • Vanille
  • Salz
  • 1 EL Kokosmus
  • ½ Banane
  • Blaubeeren oder andere Früchte (optional)
  • Bienenpollen "zur Deko" (optional)
So wird's gemacht
  1. Die Haferflocken mit einer Mischung aus Wasser und Milch in ein Glas geben, so dass die Flocken gut bedeckt sind. Nach Belieben Zimt und Vanille zugeben, eine Prise Salz. Über Nacht in den Kühlschrank stellen, die Haferflocken sollen so leichter verdaulich werden und ihre Nährstoffe leichter aufnehmbar. Sie quellen so auf, dass am nächsten Morgen eine Masse entstanden ist. Früchte und Kokosmus dazu geben und idealerweise pürieren. Darüber die Bienenpollen geben - fertig ist ein echtes Superfood-Frühstück!

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4 Kommentare

  1. Irene Moser sagt

    Hallo liebe Anna,
    dein Rezept hat wirklich Suchtpotential -mjamjam!- ich liiiebe es!
    Mein Kokosmus – auch Alnatura – ist allerdings leider gar nicht cremig sondern steinhart und ich muss es regelrecht aus dem Glas herauskratzen. Ablaufdatum irgenwann 2017. Was soll ich tun?
    Herzliche Grüße,
    Irene

    • Liebe Irene,
      es freut mich, dass Dir mein Rezept schmeckt. Und gut, dass Du fragst, warum das Kokosmus hart ist, das habe ich tatsächlich vergessen, im Artikel zu erwähnen: Kokosmus wird erst ab 25 Grad weich, ebensowie Kokosöl. Wenn also nicht gerade sommerliche Temperaturen herrschen, ist es ganz normal, dass das Mus eher hart ist und Du es aus dem Glas kratzen musst. Daher püriere ich es am liebsten, dann löst es sich gut auf.
      Liebe Grüße
      Anna

  2. R.R. sagt

    Hallo Anna,

    Du solltest Dich mehr über gesättigte und ungesättigte Fette informieren. Danach wirst Du angstfrei gesättigte Fette zu sich nehmen, wie diese in Kokosöl und Rohbutter vorkommen. Und selbstverständlich sind nur fast gesättigte Fettsäuren im Kokosmuss enthalten, das kannst Du den Inhaltsstoffen direkt entnehmen (auf der Etikette des Kokosmusglases). Gerade gesättigte Fette sind für Gesundheit und Herz-Kreislaufsystem von großer Bedeutung. Hier ein Link darüber: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/gesaettigte-fettsaeuren.html oder im Buch „Befreite Ernährung“ von Christian Oppitz. Es ist keine versteckte Werbung mit diesen Vorgaben, denn ich selber habe überrascht geschaut, dass die neuen Studien über „gesunde“ und „böse“ Fette ganz anders ausfallen als mir das noch seit Jahren bekannt ist. Warum die ungesättigten Fette mehr verkauft werden und seit Jahren als gesünder gepriesen werden ist der Nahrungsmittelindustrie zu verdanken, die krankmachenden Margarine, schlechte Öle und Fertigprodukte an uns verkauft.. Es ist nicht spät sich umzuorientieren, ich tue es gerade und mit großer Befreiung genieße ich Butter in Roh-Qualität und Kokosöl bzw. leckeren Bio-Kokosmus. Und es tut mir gut.

    Viele Grüße,

    R. R.

    • Liebe/r. R.R.,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Das Thema Fette scheint mir tatsächlich ein besonders schwieriges zu sein, zu dem es (mal wieder) sehr gegensätzliche Meinungen gibt, die zu allem Übel sich auch alle noch auf scheinbar wissenschaftliche Studien beziehen. Ich habe mich mit dem Thema gesättigte Fettsäuren in meinem Artikel zu Kokosöl (http://food4spirit.de/kokosoel-gesund-oder-ungesund/) näher beschäftigt und dabei meine Meinung eher revidiert, weil Ärzte wie Dr. Greger klar vom Verzehr abraten. Seitdem konsumiere ich Kokosöl nur noch in Maßen, verwende es z.B. zum veganen Backen.
      Danke für Deinen Buchvorschlag, ich schaue mir das einmal an.

      Liebe Grüße
      Anna

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